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Die Hand des Künstlers

Aufsätze von Franziska Uhlig:
Hand, die zeichnet. Über Ernst Ludwig Kirchners Handhabung eines Kohlestiftes, in: Friedrich Weltzien und Amrei Volkmann (Hg.): Modelle künstlerischer Produktion. Berlin 2003.

Vorträge Franziska Uhlig:
Hand(feste) Schwierigkeiten. Über das Verlebendigen von Material in der bildenden Kunst. Auguste Rodin – Ernst Ludwig Kirchner – Kazuo Shiraga. Juni 2003. Bauhaus-Universität Weimar. Forschungsgruppe Das Leben schreiben.

Paper Franziska Uhlig:
"Art Physiology" – standardizing production and experience of art and industrial products. Paper,"Sculpture and Design", University of Brighton, 14/15 of January 2005

Die Hand des Künstlers

Den Papieren und Stiftswerkzeugen, den Pinseln, den Reproduktions-/Techniken und den Bindemittelsystemen der Pigmente des künstlerischen Schaffensprozesses wie auch der kunsttheoretischen und kunstwissenschaftlichen Literatur ist ein Wissen von den Bedingungen und Möglichkeiten der Hand des Künstlers/der Künstlerin inhärent.

Dieses Wissen ist bislang weder systematisch noch exemplarisch hinreichend untersucht worden. Das äußert sich nicht zuletzt darin, dass in der kunsttheoretischen und kunstgeschichtlichen Literatur die unterschiedlichsten – und seitens der Künstler auch längst revidierten – Konzeptionen von der Hand des Künstlers/ der Künstlerin zirkulieren. Verwiesen sei auf die Vorstellung vom, zumeist männlichen, Genie.

Ferner wurde die Hand in der kunstwissenschaftlichen Literatur als mechanisch funktionierendes Pendant zum Auge, als Apparat, der Seh-Befunde notiert, beschrieben und mit Übungs- und Ausbildungskonzepten korreliert, die darauf zielen, die Hand dem Auge dienstbar zu machen.
 

Eine weitere Vorstellung war die von der Hand des Künstlers als herausragender Speicher kollektiver Fähigkeiten. Ihr Vermögen repräsentierte die Fähigkeiten der Nation.

Solchen Auffassungen wurden insbesondere im ausgehenden 19. Jahrhundert Konzeptionen gegenübergestellt, bei der die Hand des Künstlers in Analogie zur Sprache der "Ausdrucksbewegung" fähig gedacht wurde. Plötzlich konnte die Hand unwillkürlich auf Gedächtnisareale zugreifen und diese bildnerisch visualisieren. Auch tauchte die Vorstellung auf, dass die vornehmlich ungeübte Hand Erkenntnisse aus dem Inneren des Selbst herauszulösen und unverfälscht zu visualisieren vermag.

Das Forschungsvorhaben fragt nach den Korrespondenzen solcher Vorstellungen zu anderen Wissensbereichen und möchte die Bedingungen des Wissenstransfers und die Auswirkung auf die künstlerische Praxis darstellen.
 

franziska uhlig | kunstwissenschaft & kunstvermittlung | berlin | f.uhlig@franziska-uhlig.de | impressum

 
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