über franziska uhlig | kontakt
Kunst in der DDR

Text:
Einleitung IX. Kunstausstellung der DDR
Hans Joachim Hoffmann, Minister für Kultur der DDR und Prof. Willi Sitte, Präsident des Verbandes Bildender Künstler der DDR
 

Systemwandel / Lesarten des Widerständigen

Künstler wie Dieter Roth, Joseph Beuys oder Martin Kippenberger wurden und werden in der kunstinteressierten Öffentlichkeit wegen ihrer Widerständigkeit und ihrer Fähigkeit zur institutionellen Kritik hoch geschätzt.

Ein Kreis von Kunsthändlern, Kunstwissenschaftlern und Politikern hat in den 1990-er Jahren unter Benutzung solcherart Kapitalismus-Kritik die ehemals staatstragenden Künstler – Willi Sitte, Bernhard Heisig, Werner Tübke – in den Kanon der westeuropäischen Moderne integriert. Die Doktrin des sozialistischen Realismus wurde mit Humanismus besetzt. Das ließ ihn anschlussfähig werden, unter anderem für den Relaunch der realistischen Malerei seit den 1990-er Jahren.
 

Jenseits der kritischen Auseinandersetzung jüngerer Künstler mit den Mythen der DDR bleibt die Frage, ob ein von Sitte, Tübke und Heisig wie auch immer ausgeübter Widerstand in der DDR mit dem Begriff vom Widerständigen westdeutscher Künstler vergleichbar ist. Oder anders gefragt: warum entschieden sich weit mehr als 600 Künstler, darunter Günter Uecker, Gerhard Richter und A.R.Penck für die Ausbürgerung, statt für den sozialistischen Realismus als Möglichkeit des Widerständigen?

franziska uhlig | kunstwissenschaft & kunstvermittlung | berlin | f.uhlig@franziska-uhlig.de | impressum

 
zurück nach oben
Forschungsprojekte
Kunstvermittlung Berlin